Die vorgezogene Parlamentswahl in Dänemark hat begonnen, mit den Wahllokalen, die um 8:00 Uhr ihre Pforten öffneten. Ministerpräsidentin Mette Frederiksens Sozialdemokraten gelten trotz erwarteter Stimmenverluste im Vergleich zur letzten Wahl als klare Favoriten. Aktuellen Umfragen zufolge liegen sie mit rund 20 Prozent vorn. Erste Hochrechnungen werden nach Schließung der Wahllokale um 20:00 Uhr erwartet, die Aufschluss über die zukünftige politische Landschaft Dänemarks geben werden. Insgesamt sind 4,3 Millionen Däninnen und Dänen zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahl gilt als entscheidend für die Fortführung der aktuellen Regierungspolitik.
Die Entscheidung für diese verfrühte Wahl wurde von Frederiksen selbst getroffen und mit dem geopolitischen Streit um Grönland mit den USA begründet. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass auch die verbesserten Umfragewerte für die Sozialdemokraten eine wesentliche Rolle spielten. Grundsätzlich müssen Wahlen in Dänemark spätestens alle vier Jahre stattfinden, wobei der amtierende Ministerpräsident den genauen Zeitpunkt individuell festlegen kann. Nach der Wahl im November 2022 wäre eine Neuwahl regulär erst Ende des Jahres fällig gewesen, was die vorgezogene Abstimmung umso bemerkenswerter macht.
Insgesamt zwölf Parteien treten in Dänemark zur Wahl an. Um einen Einzug in das sogenannte Folketing, das dänische Parlament, zu sichern, muss eine Partei die Zwei-Prozent-Hürde überwinden. Auch in den halbautonomen Territorien Grönland und auf den Färöer-Inseln wird abgestimmt, wobei insgesamt vier Sitze im Parlament für Abgeordnete aus diesen Gebieten reserviert sind. Beide Territorien verfügen zudem über eigene Parlamente und Regierungen, die unabhängig vom dänischen Folketing agieren, was ihre einzigartige Stellung innerhalb des Königreichs unterstreicht.
Der Wahlkampf konzentrierte sich weniger auf die sicherheitspolitische Lage rund um Grönland, sondern vielmehr auf eine Reihe innenpolitischer Themen. Debattiert wurde intensiv über die konventionelle Schweinezucht, sauberes Trinkwasser, Benzinpreise und die mögliche Wiedereinführung einer Vermögensteuer zur Stärkung des Sozialstaates. Die Migrationspolitik nimmt in Dänemark eine Besonderheit ein: Sie wird im Vergleich zu anderen europäischen Ländern weniger kontrovers diskutiert, da fast alle Parteien eine restriktive Position vertreten. Ministerpräsidentin Frederiksen strebt sogar eine Reduzierung der Flüchtlingszahlen auf null an. Auch der Klimaschutz ist ein Konsens-Thema, wobei rund 32 Prozent der Dänen ihn als das wichtigste Thema dieser Wahl betrachten.
