Ein CDU-Politiker aus Sachsen-Anhalt sorgt mit einer Spende an die AfD für Aufsehen. Bernd Prange soll der Partei insgesamt 10.000 Euro gegeben haben. Zugleich soll er angekündigt haben, bei der Landtagswahl im September die AfD zu wählen.
Die AfD bestätigte den Eingang der Spende. Nach Angaben der Partei wurde das Geld in zwei Teilen überwiesen. Beide Zahlungen sollen jeweils 5.000 Euro betragen haben.
Prange ist Fuhrunternehmer und politisch für die CDU aktiv. Er sitzt im Stendaler Kreistag. Zudem ist er Ortsbürgermeister in der Verbandsgemeinde Seehausen in der Altmark.
Seine Entscheidung begründete Prange mit großer Sorge über die politische Entwicklung in Deutschland. Er kritisierte dabei den Kurs der CDU und erklärte, konservative Werte würden aus seiner Sicht in der Partei immer weniger vertreten.
Zu diesen Werten zählte Prange unter anderem Leistung, Ordnung und Sicherheit. Auch nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und der Schutz der kulturellen Identität seien ihm wichtig.
Nach einem Brief von Prange an die Landes-CDU soll er zudem seine Sorge über den politischen Kurs der Partei geäußert haben. Er befürchte, dass Teile der CDU ihre eigenen politischen Grundsätze aufgeben könnten.
Besonders deutlich wurde Prange bei der kommenden Landtagswahl. Er kündigte demnach an, am 6. September für die AfD zu stimmen. Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass weitere konservative CDU-Mitglieder ähnlich handeln.
Prange verbindet seine Wahlempfehlung mit einem politischen Ziel. Er hofft demnach auf eine sehr starke AfD in Sachsen-Anhalt. Dadurch solle die CDU ihren Kurs überdenken und sich wieder stärker konservativen Positionen zuwenden.
Die CDU in Sachsen-Anhalt reagierte deutlich auf den Vorgang. Generalsekretär Mario Karschunke sprach von einem möglichen schwerwiegenden Fall für die Partei.
Karschunke erklärte, niemand müsse Mitglied der CDU bleiben, wenn er deren politische Grundüberzeugungen nicht mehr teile. Zugleich kündigte er an, dass der Fall im zuständigen Kreisvorstand besprochen werden soll.
Der Kreisvorstand könnte damit über weitere Schritte entscheiden. Auch ein Parteiausschlussverfahren steht nach den bisherigen Aussagen im Raum.
Für die CDU ist der Fall politisch heikel. Prange gehört der Partei weiterhin an und bekleidet kommunale Ämter. Gleichzeitig unterstützt er mit seiner Spende eine Partei, die in einem klaren politischen Wettbewerb mit der CDU steht.
Die AfD reagierte schnell auf die Nachricht. Die Partei nutzte die Spende und die Wahlempfehlung für eigene politische Werbung in den sozialen Netzwerken.
Dabei stellte die AfD den Vorgang als Zeichen für Probleme innerhalb der CDU dar. Die Partei verband die Spende zudem mit ihrem Ziel, in Sachsen-Anhalt allein zu regieren.
Die politische Lage im Bundesland ist derzeit besonders angespannt. In aktuellen Umfragen liegt die AfD deutlich vor der CDU. Die AfD kommt dabei auf 41 Prozent, während die CDU bei 24 Prozent liegt.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund kann sich damit Hoffnungen auf einen starken Wahlausgang machen. Die Partei will erstmals auf Landesebene die Regierung führen.
Die CDU wird von Regierungschef Sven Schulze geführt. Für die Christdemokraten geht es bei der Wahl daher nicht nur um Mandate. Auch die Frage nach dem künftigen politischen Kurs des Landes steht im Mittelpunkt.
Die AfD wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Die Partei weist solche Bewertungen zurück und tritt in Sachsen-Anhalt dennoch mit dem Ziel an, stärkste politische Kraft zu werden.
Die Spende von Prange dürfte die Debatte über den Kurs der CDU weiter verstärken. Gleichzeitig muss die Partei nun klären, wie sie mit einem Mitglied umgeht, das offen für eine konkurrierende Partei wirbt.
Ob es zu einem Parteiausschluss kommt, ist derzeit offen. Zunächst soll der zuständige Kreisvorstand den Vorgang prüfen. Bis zu einer Entscheidung bleibt Prange Mitglied der CDU.

