Eine 2,20 Meter hohe Statue zu Ehren Magawas, der wohl berühmtesten Minensuchratte der Welt, ist in Kambodscha enthüllt worden. Die feierliche Enthüllung, passend zum Internationalen Tag der Minenaufklärung und begleitet von der Nationalhymne und dem Segen buddhistischer Mönche, fand nur wenige Kilometer von den berühmten Tempelanlagen von Angkor entfernt statt. Laut der belgischen Organisation Apopo, die die sogenannten HeroRATs ausbildet, handelt es sich um das erste Monument dieser Art weltweit, das einem Tier für seine Minensuchleistungen gewidmet ist. Ly Thuch, Vizepräsident der kambodschanischen Behörde für Minenräumung, betonte die wichtige Rolle, die auch die kleinsten Helfer spielen können, und hofft, dass das Denkmal auch viele Touristen anziehen wird.
Der Internationale Tag zur Aufklärung über Minengefahren, der jährlich am 4. April stattfindet, unterstreicht die globale Bedrohung durch Landminen und Blindgänger. Schätzungen zufolge lauern Dutzende Millionen dieser Sprengkörper weltweit unter der Erde. Allein 2024 gab es über 6200 Minenopfer. Besonders in Kambodscha ist die Angst vor Minen allgegenwärtig. Während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer und des anschließenden Bürgerkriegs wurden Millionen von Minen verlegt, oft ohne Dokumentation. Ganze Landstriche sind unbewohnbar und die Landwirtschaft ist stark beeinträchtigt. Hier kommen die intelligenten Afrikanischen Riesenhamsterratten ins Spiel, die als “HeroRATs” ausgebildet werden, um Sprengstoffe zu wittern und so eine sichere Räumung zu ermöglichen.
Die enthüllte Statue erzählt die Geschichte eines außergewöhnlich talentierten Exemplars: Magawa. Geboren 2014 in Tansania, hat Magawa in Kambodscha mehr als hundert Landminen und Blindgänger aufgespürt – eine Leistung, die alle seine Kollegen zu Lebzeiten übertraf. Er wurde 2020 als erste Ratte überhaupt mit der Goldmedaille der Tierschutzorganisation PDSA ausgezeichnet, der höchsten internationalen Ehrung für tierischen Mut, und Bilder von ihm mit dem Verdienstorden gingen um die Welt. Obwohl der heroische Nager die Enthüllung seines Denkmals nicht mehr selbst erlebte – er starb Anfang 2022 friedlich im Alter von acht Jahren –, bleibt sein Erbe unvergessen.
Das aus lokalem Stein gefertigte Denkmal steht im Zentrum der Kleinstadt Siem Reap, direkt am Flussufer. Sein auffälliger Sockel in Form einer Landmine, in die echte Fragmente entschärfter Sprengkörper eingelassen sind, dient als mahnendes Symbol. Apopo-Sprecher Tom Grundy erklärt, dass Ratten leicht genug sind, um keine Minen auszulösen, und schnell genug, um große Flächen abzusuchen. Sie sind futtermotiviert und können ein Tennisplatz-großes Gebiet in etwa 30 Minuten absuchen. Magawas Denkmal erinnert nicht nur an den unschätzbaren Beitrag von Tieren zur Rettung von Menschenleben, sondern auch daran, dass das globale Minenproblem noch lange nicht gelöst ist und weiterhin Opfer fordert.

