Im Saarland hat der Bau der ersten Wasserstoffpipeline des Bundeslandes begonnen. Mit dem offiziellen Baustart in Wallerfangen wurde ein wichtiger Schritt für die künftige Wasserstoffversorgung in der Region gesetzt. Das Projekt soll die industrielle Entwicklung fördern und gleichzeitig die Klimaziele unterstützen.
Die Netzgesellschaft Creos Deutschland GmbH veranstaltete Ende August eine feierliche Grundsteinlegung im Ortsteil Oberlimberg. Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg nahmen an der Veranstaltung teil. Gemeinsam gaben sie den Startschuss für eines der wichtigsten Energieprojekte der Region.
Die neue Leitung wird Teil des grenzüberschreitenden Projekts MosaHYc sein. Der Name steht für Moselle Saar Hydrogen Conversion. Ziel ist es, eine moderne Infrastruktur für den Transport von Wasserstoff zwischen mehreren europäischen Ländern aufzubauen.
Der deutsche Abschnitt der Leitung wird eine Länge von rund 17 Kilometern haben. Er verbindet Leidingen mit Dillingen und bildet einen zentralen Teil des gesamten Netzwerks. Nach der Fertigstellung soll Wasserstoff direkt in wichtige Industriegebiete im Saarland transportiert werden.
Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger bezeichnete den Baustart als ein sichtbares Zeichen für eine neue Phase der wirtschaftlichen Entwicklung. Sie erklärte, dass eine leistungsfähige Wasserstoffinfrastruktur notwendig sei, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie langfristig zu sichern und gleichzeitig den Wandel zu klimafreundlichen Technologien voranzutreiben.
Das Projekt basiert auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich. Während Creos den deutschen Teil der Leitung baut, übernimmt NaTran France die Arbeiten auf französischer Seite.
Das französische Unternehmen wandelt rund 20 Kilometer bestehender Leitungen für den Wasserstofftransport um. Zusätzlich werden etwa fünf Kilometer neue Leitungen zwischen Bouzonville und Leidingen verlegt. Dadurch entsteht eine direkte Verbindung zwischen den beiden Ländern.
Die Bedeutung des Projekts wird auch auf europäischer Ebene anerkannt. Der deutsche Abschnitt wurde als wichtiges Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse eingestuft. Dadurch erhält das Projekt finanzielle Unterstützung von Bund und Land.
Creos-Geschäftsführer Rafael Sierra Garrido betonte die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit. Er erklärte, dass grenzüberschreitende Projekte gerade in schwierigen geopolitischen Zeiten ein starkes Zeichen für gemeinsame Ziele und wirtschaftliche Partnerschaften setzen.
Auch Creos-Geschäftsführer Frank Gawantka hob die historische Bedeutung hervor. Nach seinen Worten stellt der Übergang zu Wasserstoff die zweite große Veränderung im Netzbetrieb des Unternehmens dar. Bereits in den 1970er Jahren erfolgte die Umstellung von Kokereigas auf Erdgas.
Im Juli 2026 wurde die offizielle Genehmigung für das Bauvorhaben erteilt. Danach konnten die Arbeiten vorbereitet werden. Die Verlegung der Rohre und die notwendigen Tiefbauarbeiten sollen etwa 18 Monate dauern.
Nach Abschluss der Bauphase wird die Leitung Teil eines größeren europäischen Wasserstoffnetzes sein. Das Projekt soll verschiedene Regionen miteinander verbinden und den Transport von klimafreundlicher Energie erleichtern.
Die neue Infrastruktur wird zudem an das deutsche Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen. Darüber hinaus entstehen Verbindungen zu weiteren Projekten wie HY4LINK und HYFEN. Dadurch kann Wasserstoff aus unterschiedlichen Quellen in das Netz eingespeist werden.
Geplant ist unter anderem der Transport von importiertem Wasserstoff aus Norddeutschland, der Iberischen Halbinsel, Luxemburg und Belgien. Das soll die Versorgungssicherheit erhöhen und neue Möglichkeiten für Industrieunternehmen schaffen.
Luxemburgs Wirtschaftsminister Lex Delles begrüßte das Vorhaben. Er erklärte, dass der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur die Versorgungssicherheit stärkt und die Widerstandskraft der Industrie in der gesamten Region verbessert.
Mit dem Beginn der Bauarbeiten nimmt eines der wichtigsten Energieprojekte der Großregion nun konkrete Formen an. Nach der Fertigstellung soll die Pipeline Wasserstoff direkt aus Frankreich in das industrielle Zentrum des Saarlands transportieren und damit einen wichtigen Beitrag zur europäischen Energiewende leisten.

