In einem ungewöhnlichen und höchst kontroversen Vorfall wurde Getafes Verteidiger Abdel Abqar in der 55. Minute des La Liga-Duells gegen Atlético Madrid vom Platz gestellt. Der Platzverweis erfolgte, nachdem Abqar den gegnerischen Stürmer Alexander Sørloth von Atlético in den Genitalbereich gegriffen hatte. Schiedsrichter Miguel Ángel Ortiz musste die Partie auf Hinweis des Video-Assistenten (VAR) für mehrere Minuten unterbrechen. Die Aufnahmen am Monitor bestätigten die Berührung, die eine direkte Rote Karte zur Folge hatte und im spanischen Fußball für Aufsehen sorgte. Die Entscheidung unterstreicht die Bedeutung des VAR bei der Aufklärung von Szenen abseits des Balles und wirft Fragen über die Grenzen des sportlichen Kontakts auf dem Spielfeld auf.
Die Reaktion auf Abqars Aktion war unmittelbar. Alexander Sørloth, sichtlich erzürnt über den Vorfall, packte Abqar am Arm und riss ihn zu Boden. Für diese impulsive Reaktion erhielt der norwegische Stürmer die Gelbe Karte. Abqar selbst zeigte sich nach Schlusspfiff ungläubig und beteuerte seine Unschuld. Er erklärte: „Ich habe gar nicht hingesehen. Es war nicht meine Absicht, ihn dort zu berühren.“ Diese Aussage heizte die Debatte um die Absicht hinter der Geste weiter an. Während der Schiedsrichter und der VAR die Aktion als unsportliches Verhalten werteten, suchte Abqar nach einer Erklärung, um die Schwere des Vorwurfs abzumildern. Der Vorfall dominierte die Nachberichterstattung und lenkte vom sportlichen Geschehen ab.
Sportlich gesehen entschied Atlético Madrid das Heimspiel mit einem knappen 1:0-Sieg für sich, dank Nahuel Molinas Tor in der achten Spielminute. Mit diesem Sieg festigte das Team von Trainer Diego Simeone seine Position in der oberen Tabellenhälfte der La Liga. Atlético liegt nun mit 57 Punkten auf dem dritten Platz, sechs Punkte hinter dem Zweitplatzierten Real Madrid und zehn Punkte hinter Tabellenführer FC Barcelona. Beide Rivalen haben jedoch ein Spiel weniger bestritten. Getafe verharrt indes mit diesem Ergebnis auf dem neunten Tabellenplatz, was ihre Ambitionen auf die europäischen Plätze erschwert. Das Ergebnis des Spiels geriet durch den dramatischen Platzverweis fast zur Nebensache.
Die Folgen des Vorfalls werden für Getafe und Abdel Abqar spürbar sein. Der marokkanische Verteidiger wird die kommenden Wochen voraussichtlich aufgrund einer Sperre ausfallen, was eine Schwächung für die Abwehrreihe seines Teams bedeutet. Die Dauer der Sperre wird von den Disziplinarorganen der Liga festgelegt und könnte angesichts der ungewöhnlichen Natur des Vergehens empfindlich ausfallen. Getafe muss nun Wege finden, Abqars Ausfall zu kompensieren und seine Leistungskonstanz in der Liga zu halten, um nicht weiter in der Tabelle abzurutschen. Der Vorfall wirft zudem ein Schlaglicht auf die Bedeutung von Disziplin und Sportsgeist im Profifußball.

