Monoskifahrerin Anna-Lena Forster hat bei den Paralympischen Winterspielen in Norditalien ihre zweite Goldmedaille gewonnen und damit ihre Ausnahmestellung im Para-Alpinsport einmal mehr unter Beweis gestellt. Die 30-jährige deutsche Athletin dominierte den Riesenslalom der sitzenden Startklasse und sicherte sich nach zwei beeindruckenden Läufen in einer Gesamtzeit von 2:30,64 Minuten souverän den Sieg. Dieser Triumph markiert Forsters erstes Paralympics-Gold im Riesenslalom und ist zugleich ihr insgesamt sechster Paralympics-Sieg, was ihre beeindruckende Karrierebilanz weiter aufwertet.
Forster baute ihre Halbzeitführung im zweiten Lauf gekonnt aus und verwies die amtierende japanische Weltmeisterin Momoka Muraoka deutlich auf den Silberrang. Muraoka musste sich mit einem Rückstand von 1,28 Sekunden geschlagen geben, während die Chinesin Liu Sitong mit einem Abstand von 4,15 Sekunden Bronze holte. Ein dramatisches Ausscheiden erlebte die Spanierin Audrey Pascual Seco, die nach einer zwischenzeitlichen Bestzeit im ersten Lauf durch einen Sturz ihre Medaillenträume begraben musste. Für Forster, die bereits Silber in der Super-Kombination geholt hatte und als deutsche Fahnenträgerin zwölf Medaillen bei Winterspielen gewann, ist diese Goldmedaille ein weiterer Meilenstein.
Neben Forsters Glanzleistung zeigten auch andere deutsche Athletinnen starke Leistungen. Andrea Rothfuss fuhr in der stehenden Klasse wie schon im Super-G auf einen beachtlichen vierten Platz. Der 36-Jährigen fehlten lediglich 69 Hundertstel zu Bronze und ihrer 15. Winterspiel-Medaille. Der Sieg in dieser Kategorie ging erneut an die überragende Schwedin Ebba Arsjö, die ihre dritte Goldmedaille in Cortina d’Ampezzo feierte. Anna-Maria Rieder belegte im Riesenslalom der stehenden Klasse den siebten Rang. Ein vielversprechendes Debüt gab Maya Fügenschuh in der Klasse der Sehbehinderten, die mit Guide Johanna Holzmann auf Platz zehn landete und wertvolle Erfahrungen sammelte.
Anna-Lena Forster ist weiterhin maßgeblich für die Goldausbeute des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) verantwortlich und trägt mit ihren Erfolgen erheblich zum Medaillenspiegel des Teams D bei, das nun insgesamt zwölf Medaillen zählt. Die Spannung steigt für Samstag, wenn die letzten Entscheidungen in den Frauen-Wettbewerben anstehen. Dann wird Forster in ihrer Paradedisziplin Slalom um den Gold-Hattrick kämpfen, nachdem sie bereits in Pyeongchang 2018 und Peking 2022 triumphiert hatte. Ein weiterer Sieg würde ihre Legende im Para-Ski-Alpin weiter festigen und die deutschen Farben erneut strahlen lassen.

