Das Finale der europäischen WM-Qualifikation verspricht Hochspannung, denn vier begehrte Plätze für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada sind noch zu vergeben. Acht Teams kämpfen in entscheidenden K.-o.-Duellen um ihre Träume. Besonders im Fokus steht Italien, das vor der bitteren Realität steht, eine dritte Fußball-WM in Folge zu verpassen. Die viermaligen Weltmeister reisen in das berüchtigte »Bilino Polje« in Bosnien-Herzegowina, wo etwa 15.000 leidenschaftliche Fans Italiens Aus besiegeln wollen. Nationaltrainer Gennaro Gattuso warnt eindringlich vor den Konsequenzen eines Scheiterns, zumal der Rasen durch einen Wintereinbruch in schlechtem Zustand sein soll und Bosniens Topstar Edin Džeko mit seiner Vergangenheit in Italien zusätzliche Brisanz verspricht. Es wäre ein historischer Einschnitt für die Azzurri und könnte Gattuso nach nur sieben Spielen den Job kosten.
Eine bemerkenswerte Auferstehungsgeschichte liefert Schweden: Trotz eines desaströsen Jahres 2025 in der regulären WM-Qualifikation – mit dem letzten Platz in ihrer Gruppe – erhielten die Skandinavier dank ihres Sieges in der Nations-League-Gruppe eine Wildcard für die Playoffs. Dies verdeutlicht die komplexen und erweiterten Wege zur ersten 48-Team-WM. Nach einem 3:1-Sieg im Halbfinale gegen die Ukraine steht ihnen nun Altmeister Robert Lewandowski und Polen im Weg. Kann Schweden das missglückte Qualifikationsjahr doch noch in ein Happy End verwandeln und sich den Platz bei der Weltmeisterschaft sichern?
Auch für den Kosovo könnte es ein historischer Abend werden. Der in Deutschland aufgewachsene Fisnik Asllani von der TSG Hoffenheim, der sich aus Herzensgründen für die Nationalmannschaft seiner Eltern entschieden hat, steht mit seinem Team nach einem packenden 4:3-Sieg im Halbfinale gegen die Slowakei kurz vor der erstmaligen WM-Qualifikation. Ihr Gegner ist die Türkei, die ihrerseits seit 2002, als sie Dritter wurden, nicht mehr bei einer Weltmeisterschaft vertreten war. Gleichzeitig geht Dänemark als Favorit in sein Playoff-Finale gegen Tschechien, nachdem die Dänen im Halbfinale Nordmazedonien souverän mit 4:0 bezwangen. Christian Eriksen ist der Hoffnungsträger einer Mannschaft, die sich auf stimmungsvolle Spiele in Gruppe A mit Mitausrichter Mexiko freuen darf.
Während Europa seine letzten WM-Starter ermittelt, werden auch international die letzten beiden Plätze vergeben: DR Kongo trifft auf Jamaika, und Irak misst sich mit Bolivien. Am Mittwochmorgen wird schließlich die vollständige Besetzung der historischen ersten 48-Team-Fußball-WM feststehen. Die Dramen, Hoffnungen und potenziellen Enttäuschungen dieser Playoff-Abende werden die Fußballwelt in Atem halten und entscheiden, welche Nationen bei diesem globalen Großereignis dabei sein dürfen und welche das Turnier von der Seitenlinie verfolgen müssen.

