Die bittere 0:3-Niederlage von Manchester City bei Real Madrid im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League hat Startrainer Pep Guardiola sichtlich mitgenommen. Mit gesenktem Kopf schlich der Katalane nach der herben Klatsche, die durch einen Hattrick von Federico Valverde besiegelt wurde, in die Kabine. Dieses Ergebnis stellt eine schwere Hypothek für das Rückspiel dar und wirft dunkle Schatten auf die Ambitionen der Skyblues in der Königsklasse. Die Mannschaft wirkte über weite Strecken desillusioniert, und die fehlende Durchschlagskraft offenbarte Schwächen, die in dieser Saison selten zu sehen waren. Das ernüchternde Auftreten lässt viele Fragen offen, insbesondere im Hinblick auf die taktische Marschroute und die mentale Verfassung des Teams in wichtigen europäischen Duellen.
Die englische Presse reagierte gnadenlos auf den schwachen Auftritt der Cityzens. „The Telegraph“ schrieb, Guardiola und sein Team seien von Real förmlich „in Stücke gerissen“ worden. Noch drastischer äußerte sich „The Guardian“, der den Premier-League-Club als „völlig zu Recht vernichtet“ bezeichnete und Guardiola wegen seiner offensiven Ausrichtung „als taktischer Neuling bloßgestellt“ sah. Solch scharfe Worte sind ungewöhnlich und spiegeln die tiefe Enttäuschung über die Performance wider, die weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Kritik fokussiert sich nicht nur auf die Spieler, sondern nimmt auch den als taktischen Innovator bekannten Guardiola in die Pflicht, dessen Strategie diesmal nicht aufging.
Laut „The Sun“ blickt City vor dem entscheidenden Rückspiel in Manchester „in den Abgrund“. Die Gefahr, zum dritten Mal in Serie an Real Madrid in der Champions League zu scheitern, ist greifbar nah und würde eine empfindliche Delle in Guardiolas europäische Erfolgsbilanz mit City bedeuten. Mittelfeldspieler Bernardo Silva drückte die allgemeine Enttäuschung der Mannschaft bei TNT Sports aus: „Jetzt sieht es wirklich düster aus.“ Obwohl Torhüter Gianluigi Donnarumma mit einem gehaltenen Elfmeter von Vinícius Junior (58.) sogar noch Schlimmeres verhindert hatte, ist die Ausgangslage vor dem Rückspiel alles andere als rosig. Die Spieler müssen nun eine beispiellose Mentalität zeigen, um die Wende herbeizuführen.
Trotz der deprimierenden Niederlage und der harschen Kritik wollte Pep Guardiola die Hoffnung auf ein Comeback noch nicht gänzlich aufgeben. „Es ist, wie es ist. Ich hatte das Gefühl, dass wir besser waren als das Ergebnis. Jetzt ist es an der Zeit, sich zu erholen“, sagte der Spanier. Mit dem kämpferischen Zusatz „Im Fußball weiß man nie. Wir werden es versuchen“ versucht Guardiola, den Glauben an eine Aufholjagd zu bewahren. Das Rückspiel nächste Woche wird zeigen, ob Man City die kollektive Stärke und den Willen aufbringen kann, das Blatt gegen einen erfahrenen und torgefährlichen Gegner wie Real Madrid noch zu wenden und die harsche Man City Champions League Kritik verstummen zu lassen.

