Nina Meinke, die Berliner Boxerin, hat den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht und ist Doppelweltmeisterin im Boxen geworden. Mit einem klaren Punktsieg über Dyana Vargas aus der Dominikanischen Republik verteidigte sie nicht nur den Federgewichtstitel des IBF-Verbandes, sondern sicherte sich auch den Gürtel der IBO. Die 33-Jährige steht somit als unbestreitbare Größe im Boxsport fest und ihre Geschichte wird im Sport gern als Beispiel für unermüdliches Durchhalten und die Überwindung scheinbar unüberwindbarer Widerstände erzählt.
Dieser triumphale Erfolg ist umso bemerkenswerter, da Meinke noch vor zehn Monaten mit einer schwerwiegenden Verletzung zu kämpfen hatte. Ein Bandscheibenvorfall hatte einen Nerv in ihrem Rücken dermaßen lange und intensiv eingeklemmt, dass die Boxerin unter Lähmungserscheinungen litt. Sie konnte ihren rechten Fuß nicht mehr heben, eine existenzbedrohende Situation für eine Leistungssportlerin. Eine sofortige Operation war unumgänglich, und es war zu diesem Zeitpunkt völlig ungewiss, ob sie je wieder ihren Sport würde ausüben können, geschweige denn auf höchstem Niveau antreten.
Die Genesungsphase war langwierig und von großer Mühe geprägt. Monatelang arbeitete sich Meinke mühsam an ihr altes Niveau heran, beginnend mit dosiertem Krafttraining und dem Verzicht auf Jogging – eine echte Quälerei für eine Top-Athletin. Die Rückkehr ins gewohnte, intensive Boxtraining gelang erst im Dezember. Unglaublich, dass nur drei Monate später, im März, sie bereits als Champion im Ring stand. Dieser schnelle und vollständige Wiedereinstieg ist ein Beweis für ihren eisernen Willen und die Disziplin während ihrer Rehabilitation.
Meinkes Genesung und ihr Comeback sind ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie selten eine vollständige Erholung von schweren Sportverletzungen tatsächlich ist. Im Gegensatz zur italienischen Skifahrerin Federica Brignone, die nach einem Beinbruch zwar Olympiagold gewann, aber weiterhin täglich Schmerzen hat, berichtet Meinke, dass ihr Rücken ihr keine Probleme mehr bereite. Diese Schmerzfreiheit, die nach einer solchen Verletzung alles andere als selbstverständlich ist, macht ihren doppelten Weltmeistertitel zu ihrem größten Sieg überhaupt und unterstreicht die außergewöhnliche Qualität ihrer Rehabilitation und die Stärke ihres Körpers und Geistes.

