Im modernen Fußball entscheiden oft Mut und kühles Blut über den Spielausgang. Ex-Nationalkeeper Oliver Kahn betonte einst, dass ein Keeper eine Prise Verrücktheit benötigt. Dass an dieser These etwas dran ist, bewies Marius Müller am Samstag. Der deutsche Torhüter in Diensten des FC Aberdeen zeigte im eigenen Fünfmeterraum eine Szene, die für großes Aufsehen sorgt. Beim Pokalduell feierte er eine ungewöhnliche Befreiungsaktion.
In der 38. Spielminute der zweiten Runde des League Cups gegen den Dundee FC geriet die Abwehr von Aberdeen unter Druck. Ein langer Ball flog über die Abwehrkette. Linksverteidiger Nesta Guinness-Walker passte das Spielgerät vorsichtig zurück zu seinem Torhüter. Der Pass landete jedoch auf dem schwächeren Fuß des Deutschen. Zudem stürmte bereits ein Angreifer von Dundee mit hohem Tempo auf den Schlussmann zu.
Anstelle eines einfachen und sicheren B Befreiungsschlags wählte Müller den maximalen Risikopfad. Er überkreuzte sein rechtes Bein hinter dem linken Fuß. Mit einer eleganten Rabona hob er den Ball lässig über den herannahenden Gegenspieler hinweg. Völlig entspannt joggte der Deutsche danach zurück zwischen die Pfosten, als gehöre dieser Trick zu seinem täglichen Trainingsprogramm.
Während der Kommentator der Partie das Kunststück zunächst übersah, reagierten die Zuschauer im Stadion blitzschnell. Ein Raunen ging durch die Ränge, gefolgt von ungläubigem Lachen. In den sozialen Medien entwickelte sich der Ausschnitt rasch zu einem viralen Hit. Aberdeens Trainer Stephen Robinson reagierte nach dem Schlusspfiff mit ungläubigem Kopfschütteln. Das Wagnis zahlte sich aus, und Müller lieferte den Fans eine Szene, die noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

