Die brasilianische Fußballlegende Zé Roberto, bekannt für seine beeindruckende Karriere bei Vereinen wie Bayer Leverkusen, Bayern München und Real Madrid sowie 84 Länderspielen für Brasilien, hat nun überraschende Einblicke in sein Privatleben als Profi gegeben. In einem Interview mit dem brasilianischen TV-Sender Globo offenbarte der heute 51-Jährige, dass neben dem Fußball noch zwei weitere Leidenschaften seinen Alltag prägten: Sex und Gaming. Diese Geständnisse beleuchten eine bisher unbekannte Seite des disziplinierten Mittelfeldspielers und die unerwarteten Herausforderungen, denen er sich stellen musste.
Besonders in seinen jungen Jahren, direkt nach der Hochzeit, beschrieb sich Zé Roberto als „wie ein Hahn“. Dieser Zustand des „Liebestaumels“ habe sich über den ganzen Tag erstreckt und sich nahtlos in exzessives Videospielen in der Nacht fortgesetzt. Die Auswirkungen auf seine fußballerische Leistung waren drastisch und unübersehbar. Er berichtete von dunklen Ringen unter den Augen, die seine Müdigkeit verrieten, und einem deutlichen Verlust an körperlicher Leistungsfähigkeit, der beim Training nicht zu kaschieren war. Seine damalige Lebensweise stand im krassen Gegensatz zu den Anforderungen des Hochleistungssports.
Zé Roberto erklärte, dass diese Phase die einzige in seiner Karriere gewesen sei, in der er seine körperliche Form verlor. Der immense Stress, den die Videospiele auf ihn ausübten, war ein Hauptfaktor. Er verspürte den Zwang, die Spiele unbedingt beenden zu müssen, selbst wenn dies bedeutete, bis tief in die Nacht wach zu bleiben. Zusätzlich führte die nächtliche Gaming-Session zu unkontrolliertem Essverhalten, insbesondere zum Verzehr großer Mengen Kekse. Diese Kombination aus Schlafmangel, ungesunder Ernährung und dem psychischen Druck der Spiele fiel zeitlich mit seinem erfolglosen Aufenthalt bei Real Madrid im Jahr 1997 zusammen, wo er sich nicht durchsetzen konnte.
Nach dieser enttäuschenden Saison und seiner Rückkehr nach Brasilien erkannte Zé Roberto die Notwendigkeit einer fundamentalen Änderung. Bei seinem zweiten Anlauf in Europa lebte er deutlich disziplinierter und fokussierter. Diese Umstellung zahlte sich in seiner späteren Karriere eindrucksvoll aus. Mit Bayern München feierte er nicht nur vier deutsche Meisterschaften, sondern auch vier DFB-Pokalsiege. Zé Robertos Offenbarung ist ein bemerkenswertes Zeugnis dafür, wie persönliche Leidenschaften und Gewohnheiten selbst die Karriere eines Weltklasse-Athleten maßgeblich beeinflussen können und welche Bedeutung Selbstdisziplin für den Erfolg hat.

