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Home»Wirtschaft»Jeder Vierte Deutsche Haushalt Ohne Ersparnisse: Einblick ins Geldvermögen
Wirtschaft

Jeder Vierte Deutsche Haushalt Ohne Ersparnisse: Einblick ins Geldvermögen

By March 9, 20263 Mins Read
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Das Geldvermögen in Deutschland erreicht Rekordhöhen, doch ein beachtlicher Teil der Haushalte kämpft mit fehlenden Rücklagen. Eine aktuelle Ipsos-Erhebung im Auftrag der Direktbank ING zeigt, dass mehr als ein Viertel der deutschen Haushalte – exakt 27 Prozent der 1007 Befragten – angibt, über keinerlei Ersparnisse zu verfügen. Dieser Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr, als er noch bei 23,5 Prozent lag, sogar gestiegen. Parallel dazu ist die Zahl der Sparerinnen und Sparer gesunken, von 70,7 Prozent in der Umfrage 2024 auf 63,7 Prozent bei der Erhebung im Dezember 2025, was einen deutlichen Trend weg vom Sparen signalisiert. Diese Entwicklung deutet auf eine wachsende finanzielle Anfälligkeit in einem Segment der Bevölkerung hin, obwohl die Gesamtwirtschaft robust erscheint.

Die Gründe für das Fehlen von Ersparnissen sind vielfältig, doch vor allem wirtschaftliche Faktoren spielen eine Rolle. Fast die Hälfte (46,7 Prozent) der Betroffenen erklärt, schlichtweg nicht genug zu verdienen, um Geld beiseitelegen zu können. Zusätzlich nennen 22 Prozent der Befragten gestiegene Lebenshaltungskosten als Ursache dafür, dass ihre bestehenden Rücklagen aufgezehrt wurden. Diese Preissteigerungen, insbesondere bei Energie und Lebensmitteln, belasten die Haushalte mit geringerem Einkommen besonders stark. Die psychologischen Auswirkungen sind ebenfalls spürbar: Fast jeder Fünfte (17,9 Prozent) aller Befragten gibt an, nachts über Finanzfragen zu grübeln. Mehr als ein Drittel (36,5 Prozent) hegt zudem die Sorge, aufgrund der eigenen finanziellen Situation niemals die gewünschten Dinge im Leben erreichen zu können.

Trotz dieser individuellen Schwierigkeiten setzt das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland seinen Aufwärtstrend fort. Laut Zahlen der Bundesbank belief sich dieses Vermögen zum Ende des dritten Quartals 2025 auf den historischen Rekordwert von 9,389 Billionen Euro. Die DZ Bank prognostizierte für das Gesamtjahr 2025 einen Wert von knapp über zehn Billionen Euro und rechnet für das laufende Jahr mit einem weiteren Anstieg auf 10,5 Billionen Euro. Diese beeindruckenden Summen umfassen dabei diverse Anlageformen: Bargeld und Bankeinlagen, Wertpapiere wie Aktien und Fonds sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen. Immobilienwerte sind in diesen Berechnungen von Bundesbank und DZ Bank jedoch nicht berücksichtigt. Die stetige Akkumulation von Vermögen auf nationaler Ebene kontrastiert scharf mit den Herausforderungen vieler Einzelhaushalte.

Das enorme Gesamtvermögen ist jedoch äußerst ungleich verteilt, was die Diskrepanz zwischen Makro- und Mikroebene erklärt. Frühere Angaben der Bundesbank belegen, dass etwa die Hälfte des gesamten Geldvermögens auf die vermögendsten zehn Prozent der Haushalte entfällt – dies sind rund vier Millionen Haushalte. In diesem Segment mehrt sich das Vermögen überproportional kräftig, da diese Haushalte im Durchschnitt stärker in renditestärkere Anlagen wie Aktien und Fonds investieren. Am unteren Ende der Skala finden sich laut Bundesbank etwa 20 Millionen Haushalte, die lediglich acht Prozent des gesamten Geldvermögens besitzen. Diese Ungleichverteilung verdeutlicht, dass der allgemeine Anstieg des Geldvermögens in Deutschland nicht gleichbedeutend ist mit einer Verbesserung der finanziellen Situation für die breite Bevölkerung.

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