Der Umsatz im deutschen Gastgewerbe ist im März stark gesunken und hat den niedrigsten Stand seit dem Frühjahr 2022 erreicht. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Statistischen Bundesamts. Die Entwicklung sorgt für neue Sorgen in der Branche.
Preisbereinigt sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,2 Prozent. Damit liegt das Niveau so niedrig wie zuletzt in der Zeit nach der Coronakrise. Besonders betroffen sind Hotels und andere Beherbergungsbetriebe.
In der Hotellerie fiel der Umsatz im Monatsvergleich deutlich. Beherbergungsunternehmen verzeichneten ein Minus von 5,6 Prozent im Vergleich zum Februar. Die Gastronomie blieb dagegen fast stabil. Dort sank der Umsatz nur leicht um 0,1 Prozent.
Die Zahlen zeigen eine unterschiedliche Entwicklung innerhalb des Gastgewerbes. Während Hotels deutlich weniger Buchungen und Übernachtungen verzeichnen, hält sich die Nachfrage in Restaurants vergleichsweise stabil.
Ein wichtiger Faktor ist die wirtschaftliche Lage vieler Haushalte. Die Kaufkraft der Verbraucher steht unter Druck. Viele Menschen geben weniger Geld für Reisen, Restaurantbesuche und Freizeit aus.
Ein weiterer Grund ist die anhaltende Inflation. Sie wirkt sich direkt auf Preise und Konsumverhalten aus. Viele Haushalte sparen stärker und verschieben größere Ausgaben.
Die Bundesregierung hatte zum 1. Januar den Mehrwertsteuersatz für Speisen in der Gastronomie gesenkt. Der Satz fiel von 19 Prozent auf 7 Prozent. Die Maßnahme sollte die Branche entlasten und Preise stabilisieren.
Trotz dieser Steuerentlastung bleibt die wirtschaftliche Lage schwierig. Viele Betriebe berichten weiterhin von hohen Kosten für Energie, Personal und Lebensmittel. Diese Faktoren belasten die Gewinnmargen.
Auch die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit spielt eine Rolle. Viele Menschen planen kurzfristiger und reisen weniger. Besonders im Hotelbereich führt das zu spürbaren Rückgängen.
Die Inflation lag zuletzt bei rund 2,9 Prozent. Höhere Energiepreise tragen weiterhin dazu bei. Dadurch bleibt das Preisniveau insgesamt hoch, auch wenn sich die Lage etwas stabilisiert hat.
Ökonomische Umfragen zeigen zudem eine gedrückte Stimmung bei Verbrauchern. Das sogenannte Konsumklima ist laut Studien auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2023 gefallen.
Viele Haushalte blicken skeptisch auf ihre finanzielle Zukunft. Sie erwarten steigende Lebenshaltungskosten und eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung.
Für das Gastgewerbe bedeutet das zusätzliche Unsicherheit. Branchenverbände warnen vor einer langsamen Erholung und fordern weitere Unterstützung.
Die kommenden Monate gelten als entscheidend. Experten erwarten, dass sich erst bei einer stabileren Wirtschaftslage wieder mehr Nachfrage im Tourismus und in der Gastronomie entwickeln könnte.

