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Home»Ausland»Greenpeace Pipeline Strafe: Millionen Dollar nach Dakota-Protesten
Ausland

Greenpeace Pipeline Strafe: Millionen Dollar nach Dakota-Protesten

Die ZeitungBy Die ZeitungFebruary 28, 2026Updated:March 5, 20263 Mins Read
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Ein US-Gericht hat Greenpeace dazu verurteilt, dem Betreiber der umstrittenen Dakota Access Pipeline, Energy Transfer (ET), 345 Millionen Dollar an Schadensersatz zu zahlen. Diese erhebliche Summe halbiert nahezu die ursprünglich von Geschworenen vor knapp einem Jahr festgelegte Entschädigung von rund 600 Millionen Dollar. Trotz dieser Reduzierung bezeichnete die Umweltschutzorganisation das Urteil als einen deutlichen „Rückschlag“. Kristin Casper, Chefjustiziarin von Greenpeace International, erklärte umgehend, dass dieser Rechtsstreit „noch lange nicht vorbei“ sei und die Organisation alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen werde, um gegen das Urteil vorzugehen. Dies deutet auf eine Fortsetzung des langwierigen juristischen Kampfes hin.

Im Kern des Verfahrens stehen die weitreichenden Proteste, die Greenpeace in den Jahren 2016 und 2017 gegen die Dakota Access Pipeline organisierte. Diese mehr als 1700 Kilometer lange Ölpipeline ist darauf ausgelegt, Rohöl von tausenden Frackingbohrstellen im Norden North Dakotas bis in den Bundesstaat Illinois zu transportieren. Ihre Route führt dabei auch durch Gebiete, die von indigenen Sioux-Stämmen als ihr angestammtes Land beansprucht werden. Die indigene Bevölkerung und Greenpeace äußerten wiederholt ernste Bedenken hinsichtlich einer möglichen Grundwasserverschmutzung im Falle eines Lecks und kritisieren zudem die erheblichen Treibhausgasemissionen, die durch den Transport und die Verbrennung des geförderten Öls entstehen.

Die Bauarbeiten an der Pipeline lösten bereits im September 2016 heftige Proteste aus, woraufhin die damalige US-Regierung unter Präsident Barack Obama den Bau vorübergehend stoppte. Doch mit dem Amtsantritt von Donald Trump im Februar 2017 änderte sich die politische Haltung drastisch: Der neue Präsident ordnete per Dekret den umgehenden Weiterbau der Pipeline an. Bereits im Juni 2017 wurde die Dakota Access Pipeline offiziell in Betrieb genommen. Daraufhin reichte der Pipelinebetreiber Energy Transfer (ET) Klage gegen Greenpeace ein. Das Unternehmen warf der Umweltschutzorganisation eine gewalttätige und verleumderische Kampagne vor. ET-Anwalt Trey Cox argumentierte, die Umweltschützer hätten den Stamm der Standing Rock Sioux „ausgenutzt“, um ihre eigene Agenda gegen fossile Brennstoffe voranzutreiben.

Das aktuelle Urteil erging unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Belästigung während der Protestaktionen. Greenpeace interpretiert diesen gerichtlichen Schritt jedoch als eine sogenannte Einschüchterungsklage, bekannt als SLAPP-Klage (Strategic Lawsuit Against Public Participation), deren primäres Ziel es sei, die freie Meinungsäußerung und den zivilen Widerstand zu unterbinden. Bereits im März 2025 – wie aus früheren Erklärungen von Greenpeace Deutschland hervorgeht – hatte die Organisation deutlich gemacht, dass es in dem US-Verfahren darum gehe, „freie Meinungsäußerung zu unterbinden“. Dies unterstreicht die tiefe Überzeugung der Organisation, dass der Fall weitreichende Implikationen für den Aktivismus und das Recht auf Protest in den Vereinigten Staaten haben könnte. Die Auseinandersetzung ist damit noch lange nicht beendet.

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