Am Freitag kam es zu erheblichen Rückschlägen für die US-Luftwaffe im Konflikt mit Iran. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15E wurde im zentralen Luftraum von iranischen Streitkräften abgeschossen, was die US-Regierung bestätigte. Dies markiert den ersten bestätigten feindlichen Abschuss eines US-Kampfjets seit Beginn des Irankriegs und seit über 20 Jahren. Iranische Staatsmedien veröffentlichten Bilder von Wrackteilen, die laut Medienberichten auf ein Flugzeug des 494th Fighter Squadron hinweisen, stationiert auf der britischen RAF Lakenheath. Später am selben Tag berichtete das iranische Staatsfernsehen, einen weiteren Kampfjet des Typs A-10 über dem Persischen Golf getroffen zu haben. Die USA bestätigten den Absturz der A-10, die an einer Such- und Rettungsmission für die F-15E beteiligt war, nicht aber einen Abschuss.
Die Rettungsmission für die F-15E-Besatzung entwickelte sich ebenfalls dramatisch. Der F-15E ist ein Zweisitzer; der Pilot konnte von US-Spezialeinheiten gerettet werden, während der Waffensystemoffizier (WSO) weiterhin vermisst wird. Zwei Black-Hawk-Hubschrauber, die an den Such- und Rettungsmaßnahmen beteiligt waren, wurden von Iran beschossen und getroffen, wobei Personen an Bord verletzt wurden. Die Maschinen konnten jedoch sicher zu ihrem Stützpunkt zurückkehren. Videos in sozialen Netzwerken zeigen angeblich Pave-Hawk-Helikopter im Tiefflug über Iran, die von Iranern am Boden beschossen werden. Zudem rief iranisches Staatsfernsehen zu einer Belohnung für die Gefangennahme von US-Piloten auf und forderte dazu auf, auf vorbeifliegende US-Flugzeuge zu schießen.
Diese Vorfälle sind politisch äußerst heikel und widersprechen dem von Präsident Donald Trump zuletzt erweckten Eindruck, dass US-Flugzeuge in Irans Luftraum keine Angriffe mehr befürchten müssten und die USA die Lufthoheit erlangt hätten. Trump hatte wiederholt suggeriert, die militärischen Fähigkeiten Teherans seien nahezu vernichtet, und sprach erst kürzlich von der „Vollendung“ zentraler strategischer Ziele. Die neuen Ereignisse zeigen jedoch deutlich, dass Iran weiterhin in der Lage ist, den Angreifern gefährlich zu werden und empfindliche Rückschläge zu verursachen, was Trump unter erheblichen Druck setzt.
Laut aktualisierten Zahlen des Pentagon wurden im Rahmen der US-Operationen gegen Iran bislang 365 amerikanische Soldaten verletzt und 13 kamen ums Leben. Angesprochen auf den vermissten Soldaten und die Möglichkeit einer Gefangennahme, äußerte sich Präsident Trump vorsichtig: „Nun, das kann ich nicht kommentieren, weil – wir hoffen, dass das nicht passieren wird.“ Hinsichtlich der Auswirkungen der Kampfjet-Verluste auf Verhandlungen mit Teheran zeigte sich Trump unbeeindruckt: „Nein, überhaupt nicht“, antwortete er und fügte hinzu: „Es ist eben Krieg.“

