Kuba hat erstmals offizielle Gespräche mit der US-Regierung unter Donald Trump bestätigt, nachdem Washington zuvor mehrfach über solche Kontakte berichtet hatte, die Havanna bisher dementiert hatte. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte, dass kubanische und US-Vertreter kürzlich Dialoge geführt haben, um auf diplomatischem Wege mögliche Lösungen für bilaterale Differenzen zu finden. Diese Bestätigung signalisiert einen Wendepunkt in den angespannten Beziehungen und erfolgt inmitten erheblichen wirtschaftlichen Drucks, den die USA auf die sozialistische Karibikinsel ausüben. Trumps frühere Andeutungen über laufende Kontakte waren von Havanna stets nicht bestätigt worden, bis zu dieser jüngsten Erklärung.
Die wirtschaftlich schwer angeschlagene Karibikinsel steht unter erhöhtem Druck aus Washington. Trump hatte zuletzt durch eine Ölblockade und Zolldrohungen gegen Kubas Öllieferanten den Zugang zu Öl für die Insel weitgehend gestoppt. US-Außenminister Marco Rubio sprach daraufhin von notwendigen wirtschaftlichen Reformen, möglicherweise als Schritt zu einer politischen Öffnung. Laut Díaz-Canel dienen die Gespräche dazu, Probleme zwischen den Ländern zu identifizieren, Lösungen zu suchen und Bereiche der Zusammenarbeit zu finden. Der Austausch sei durch „internationale Akteure“ begünstigt worden, so Díaz-Canel, ohne nähere Einzelheiten zu nennen.
Historisch hat der Vatikan bei Spannungen zwischen Havanna und Washington vermittelt, wie 2014 Papst Franziskus die Annäherung unter Obama und Castro unterstützte. Ein möglicher Hinweis auf erneute vatikanische Beteiligung ist Kubas Freilassung von 51 Häftlingen, die auf enge Kontakte zum Heiligen Stuhl zurückgeführt wurde. Ob der Vatikan nun auch bei den aktuellen Gesprächen eine Rolle spielt, ist unklar. Der Sprecher von Uno-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, begrüßte die Ankündigung der Gespräche als Mittel zur friedlichen Beilegung bilateraler Streitigkeiten und zeigte sich erfreut über die Häftlingsfreilassung, während die UN ihre Sorge über die humanitäre Lage auf Kuba äußerten.
Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der sozialistischen Revolution 1959 angespannt. Unter Trump übte Washington zuletzt erhöhten Druck aus, insbesondere nach dem Wegfall Venezuelas als wichtigster Öllieferant Kubas. Trump hatte Anfang März gesagt, er sei persönlich an Verhandlungen mit Kuba beteiligt und prophezeite ein „neues Leben“ für die Insel, die er als „Katastrophe“ bezeichnete. Obwohl Kuba die Gespräche bisher verneint hatte, schrieb Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossio auf X, es sei ein „schwieriger Prozess“. Es bleibe abzuwarten, ob die USA bereit seien, den Wirtschaftskrieg gegen Kuba zu beenden. Havanna führt die Krise auf das seit 60 Jahren bestehende US-Handelsembargo zurück.

