Ein Großbrand in einem Asphaltmischwerk im Wandlitzer Ortsteil Schönerlinde, nördlich von Berlin, wird von der Polizei intensiv auf eine politisch motivierte Brandstiftung hin untersucht. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf Millionenhöhe. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg bestätigte die Ermittlungen, die sich auch auf ein mögliches Bekennerschreiben auf der linksextremen Internetplattform Indymedia konzentrieren. Die Behörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Ursache und die Verantwortlichen für den schwerwiegenden Vorfall zu ermitteln, der den Betrieb des Werks stillgelegt und die umliegenden Gemeinden durch Rauch und Geruchsbelästigung beeinträchtigt hat.
Brandenburgs Innenminister René Wilke (SPD) verurteilte den Vorfall scharf als Brandanschlag und zog Parallelen zu früheren Angriffen auf kritische Infrastruktur. Wilke betonte die Verabscheuungswürdigkeit solcher Taten: „Wer unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Klimawandel oder die Atomkraft unsere Unternehmen angreift, der handelt zutiefst verabscheuungswürdig.“ Er unterstrich, dass die Ermittlungsbehörden „auf Hochtouren“ arbeiten, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Die politische Dimension des Brandes steht im Fokus, insbesondere angesichts der Inhalte des mutmaßlichen Bekennerschreibens, das eine ideologische Motivation andeutet und die Ernsthaftigkeit der Bedrohung für Unternehmen und Gesellschaft hervorhebt.
Das auf Indymedia veröffentlichte Schreiben beansprucht die Verantwortung einer Gruppe für den Brand, der in der Nacht zum 11. März gelegt worden sein soll – genau 15 Jahre nach dem Reaktorunfall in Fukushima. Als Ziel wird explizit das Asphaltmischwerk des Konzerns Vinci/Eurovia in Schönerlinde genannt. Die Gruppe behauptet, „ein gutes halbes Dutzend Brandsätze“ an Förderbändern und Stromkabeln platziert zu haben. Ihre Begründung: Der Konzern sei ein „Atomprofiteur“, der die Zukunft fossiler Energie sichere und zugleich an erneuerbaren Projekten verdiene. Diese ideologische Motivation, oft im linksextremen Spektrum zu finden, versucht, dem Anschlag eine symbolische Bedeutung zu verleihen und die Tat politisch zu rechtfertigen.
Die Polizei hat die Authentizität des Indymedia-Schreibens bislang nicht bestätigt, was ein zentraler Punkt der Ermittlungen bleibt. Indymedia, vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft, ermöglicht anonyme Veröffentlichungen. In der Vergangenheit erwiesen sich dort vermeintliche Bekennerschreiben mehrfach als Fälschungen, was die aktuelle Prüfung erschwert. Der Brand verursachte Millionenschäden und legte das Werk auf unbestimmte Zeit still. Zudem führte die starke Rauchentwicklung zu Geruchsbelästigung und Warnungen an die Bevölkerung in Schönerlinde, Wandlitz, Schönwalde, Lindenhof und Berlin-Buch, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die umfassenden Ermittlungen konzentrieren sich darauf, die Glaubwürdigkeit des Schreibens zu klären und die Hintergründe der Brandstiftung vollständig aufzudecken.
