Die US-Regierung hat Medienberichten zufolge einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Irankrieges vorgelegt. Dieser Entwurf mit Bedingungen wurde angeblich von Pakistan an den Iran übermittelt, wie unter anderem Axios, die New York Times, Reuters und AP berichten. Zu den Kernforderungen der USA gehört die Einstellung des Betriebs der Atomanlagen Natans, Isfahan und Fordow sowie die Gewährleistung des freien Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Des Weiteren schlagen die USA eine einmonatige Feuerpause vor, um den Plan zu erörtern. Während offizielle Stellungnahmen aus Washington und Teheran noch ausstehen, soll der Iran laut Axios bereits Zustimmung zu Teilen des Plans signalisiert haben. Die New York Times betont jedoch, dass die iranische Reaktion und die Einbeziehung Israels in die Pläne noch unklar sind, wobei israelische Vertreter angeblich von der Vorlage überrascht wurden.
US-Präsident Donald Trump behauptete indes erneut, dass Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran stattfinden würden. Er sprach davon, mit “den richtigen Leuten” zu sprechen, die “unbedingt einen Deal abschließen wollen”, und nannte US-Außenminister Marco Rubio sowie Vizepräsident JD Vance als Beteiligte an den mutmaßlichen Verhandlungen. Weitere Details zu diesen Gesprächen blieben jedoch aus. Im Gegensatz dazu dementierte Israels UN-Botschafter Danny Danon jegliche Beteiligung Israels an solchen Gesprächen. Danon betonte Israels Entschlossenheit, sicherzustellen, dass der Iran weder über nukleare Fähigkeiten noch über ballistische Raketen verfügt, und bekräftigte, dass Israel und die USA weiterhin militärische Ziele im Iran angreifen werden.
Der Iran reagierte zunächst nicht auf Trumps jüngste Äußerungen. Zuvor hatten das iranische Außenministerium und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf frühere Behauptungen über Gespräche vehement dementiert. Ghalibaf erklärte, es hätten “keine Verhandlungen mit den USA stattgefunden” und warf den USA vor, mit falschen Behauptungen “Finanz- und Ölmärkte manipulieren” zu wollen. Diese wiederholten Dementis aus Teheran unterstreichen die Diskrepanz zwischen den Aussagen der US-Regierung und der iranischen Führung bezüglich direkter Dialoge zur Beilegung des Konflikts. Die geopolitische Lage bleibt angespannt, da jede Partei ihre eigene Erzählung des Konflikts und potenzieller Lösungsansätze präsentiert.
Die anhaltende Unsicherheit um den Konflikt und die Verhandlungsgerüchte hatten direkte Auswirkungen auf die globalen Rohstoffmärkte. Nach den erneuten Äußerungen Trumps über angebliche Verhandlungen fielen die Ölpreise unter die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel, wobei der Preis für Brent-Rohöl kurzzeitig um fast vier Prozent nachgab. Dies ist auch auf die Situation in der Straße von Hormus zurückzuführen, deren Durchfahrt durch den Krieg größtenteils zum Erliegen gekommen ist. Vor dem Konflikt wurden dort etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls sowie andere wichtige Güter transportiert, was die Öl- und Gaspreise in die Höhe trieb. Der Iran deutete jedoch eine Lockerung seiner Regeln für die Durchfahrt an, indem Schiffe, die nicht als feindlich gelten und keine militärischen Aktionen unterstützen, den Seeweg unter Einhaltung iranischer Sicherheitsvorschriften und Abstimmung mit Behörden nutzen dürfen. Die Situation bleibt unklar.
