Mehrere improvisierte Sprengsätze sind an einer wichtigen Stromanlage in Brandenburg entdeckt worden. Die Polizei fand die gefährlichen Geräte am Dienstag in Turnow-Preilack. Einige Sprengsätze waren bereits explodiert. Weitere Geräte waren noch nicht ausgelöst worden.
Spezialisten des Landeskriminalamtes wurden zum Einsatzort gerufen. Sie konnten die nicht ausgelösten Sprengsätze sicher entschärfen. Nach Angaben der Polizei gab es keine Verletzten.
Die betroffene Anlage ist ein wichtiger Teil des Stromnetzes in der Lausitz. Sie steht zudem in Verbindung mit dem nahe gelegenen Kraftwerk Jänschwalde. Von dort wird Strom in das regionale Netz eingespeist.
Der Fund hatte zunächst Auswirkungen auf die Stromversorgung. Der Netzbetreiber 50Hertz meldete eine kurze Unterbrechung. Die betroffenen Leitungen konnten jedoch schnell wieder eingeschaltet werden. Nach Angaben des Unternehmens waren alle Leitungen anschließend wieder in Betrieb.
Noch ist nicht klar, wer die Sprengsätze an der Anlage angebracht hat. Auch das Motiv der Tat bleibt offen. Die Polizei hat deshalb eine Untersuchung gestartet.
Die Behörden hoffen dabei auf Hinweise aus der Bevölkerung. Die Polizei in Potsdam sucht nach Menschen, die am Dienstagmorgen in der Nähe der Stromanlage etwas Verdächtiges gesehen haben.
Auch Beobachtungen zu Fahrzeugen könnten für die Ermittler wichtig sein. Die Polizei bittet mögliche Zeugen, ihre Angaben den zuständigen Behörden mitzuteilen.
Der Vorfall kommt in einer angespannten Sicherheitslage in Deutschland. Kritische Infrastruktur steht dabei besonders im Mittelpunkt. Dazu gehören unter anderem Stromanlagen, Flughäfen, Bahnstrecken und Kommunikationsnetze.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt warnte am Dienstag vor hybriden Angriffen. Er sagte, Deutschland sei täglich solchen Angriffen ausgesetzt. Der Begriff beschreibt verschiedene Formen von Druck und Sabotage, die unterhalb eines offenen Krieges liegen können.
Im aktuellen Fall gibt es jedoch noch keine bestätigten Hinweise auf einen ausländischen Täter. Die Behörden haben auch keine Verbindung zu Russland bestätigt.
Am selben Dienstag machte Deutschland Russland für einen Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig verantwortlich. Der Vorfall hatte sich im vergangenen Monat ereignet. Berlin kündigte zugleich weitere Maßnahmen gegen Moskau an.
Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Drohnenvorfall und den Sprengsätzen gibt, ist derzeit völlig offen. Die Ermittler müssen zunächst die Ereignisse am Stromstandort untersuchen.
Besondere Bedeutung hat der Fund wegen der Lage der Anlage. Das Umspannwerk ist mit dem Kraftwerk Jänschwalde verbunden und dient als wichtiger Punkt im Lausitzer Stromnetz. Schäden an solchen Anlagen können die Versorgung einer größeren Region beeinträchtigen.
In diesem Fall blieb die Störung nach bisherigen Angaben jedoch kurz. Die Stromleitungen konnten wieder in Betrieb genommen werden. Größere Ausfälle wurden nicht gemeldet.
Die Ermittler müssen nun herausfinden, wie die Täter Zugang zu dem Bereich bekommen konnten. Sie prüfen auch, wann die Sprengsätze dort platziert wurden und ob weitere Personen beteiligt waren.
Für die Bevölkerung gab es nach dem Einsatz keine gemeldeten Verletzungen. Die gefährlichen Geräte wurden durch die Spezialisten gesichert. Damit konnte eine weitere Gefahr verhindert werden.
Der Fall dürfte auch Fragen zum Schutz wichtiger Energieanlagen aufwerfen. Stromnetze sind für Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen von großer Bedeutung. Ein gezielter Angriff könnte deshalb schwere Folgen haben.
Bislang gibt es aber keine gesicherten Angaben über die Verantwortlichen. Die Ermittlungen laufen weiter. Die Polizei setzt dabei auch auf Hinweise von Zeugen.
Die Behörden wollen den Fall nun vollständig aufklären. Im Mittelpunkt stehen die Herkunft der Sprengsätze, der genaue Ablauf der Tat und das mögliche Motiv. Erst nach Abschluss der Ermittlungen dürfte klar sein, wer hinter dem Vorfall in Brandenburg steckt.

