Der vergangene Juni war in Westeuropa der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Temperaturen lagen deutlich über den bisherigen Durchschnittswerten und zeigen nach Angaben von Experten die zunehmenden Folgen des Klimawandels.
Der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus teilte mit, dass die Durchschnittstemperatur in Westeuropa im Juni 2026 bei 20,74 Grad Celsius lag. Damit war der Monat mehr als drei Grad wärmer als der Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.
Auch auf gesamteuropäischer Ebene war der Juni außergewöhnlich warm. Nach Angaben von Copernicus war es der zweitwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen.
Nicht nur Europa war von den hohen Temperaturen betroffen. Weltweit erreichte die Durchschnittstemperatur im Juni den zweithöchsten jemals gemessenen Wert für diesen Monat.
Die globale Durchschnittstemperatur lag bei 16,54 Grad Celsius. Das entspricht einem Anstieg von 0,56 Grad gegenüber dem Juni-Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.
Verglichen mit der Zeit vor der Industrialisierung lag die Temperatur im Juni um 1,39 Grad höher. Wissenschaftler nutzen diese historische Vergleichsgröße, um die langfristige Erwärmung des Klimas zu bewerten.
Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus, erklärte, der Juni habe deutlich gezeigt, wie stark sich das Klimasystem verändert. Die hohen Temperaturen seien ein Zeichen dafür, dass sich weiterhin viel Wärme in der Erde und den Meeren sammle.
Nach ihren Angaben führen diese Veränderungen zu häufigeren und stärkeren Hitzewellen. Zudem bleiben die Ozeane ungewöhnlich warm, was neue Risiken für Menschen, Ökosysteme und wichtige Infrastruktur schafft.
Besonders auffällig war eine starke Hitzewelle in der zweiten Junihälfte. Sie folgte auf eine erste Hitzeperiode im Mai und führte in mehreren Ländern Westeuropas zu neuen Temperaturrekorden.
Copernicus warnte, dass die schnell aufeinanderfolgenden Wetterextreme die Herausforderungen der kommenden Jahre zeigen. Hohe Temperaturen in Verbindung mit Trockenheit erhöhen vor allem in Südeuropa die Gefahr von Waldbränden.
In Südwesteuropa führten die trockenen Bedingungen bereits zu mehreren Bränden. Experten sehen darin eine weitere Folge der zunehmenden Wetterextreme durch den Klimawandel.
Auch die Meere erreichten neue Höchstwerte. Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Ozeane außerhalb der Polarregionen lag im Juni bei 20,86 Grad Celsius. Damit wurde der höchste Wert für diesen Monat seit Beginn der Messungen erreicht.
Die Erwärmung der Meere kann langfristige Auswirkungen auf Wetter, Meereslebewesen und Küstenregionen haben. Wärmere Ozeane können zudem die Entwicklung bestimmter Wetterereignisse beeinflussen.
In Deutschland wurden ebenfalls sehr hohe Temperaturen gemessen. Eine der höchsten Temperaturen des Monats wurde in Sachsen-Anhalt registriert.
Der EU-Klimadienst Copernicus veröffentlicht regelmäßig Daten zur Entwicklung von Temperaturen, Meereis und Niederschlägen. Die Analysen basieren auf Milliarden Messungen aus verschiedenen Quellen.
Dazu gehören Daten von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen weltweit. Mithilfe moderner Computersysteme erstellen Wissenschaftler daraus umfassende Modelle zur Beobachtung des Klimas.
Die aktuellen Messwerte zeigen erneut, dass extreme Hitzeperioden häufiger auftreten. Experten betonen, dass weitere Beobachtungen notwendig sind, um die langfristigen Auswirkungen der steigenden Temperaturen besser zu verstehen.

