Die Zahl der Lehrkräfte in Teilzeit an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland ist im Schuljahr 2024/2025 erneut gestiegen. Neue Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass inzwischen 44 Prozent aller Lehrerinnen und Lehrer in Teilzeit arbeiten. Damit wurde der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2009 erreicht.
Insgesamt unterrichten derzeit rund 752.100 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen. Im vorherigen Schuljahr lag die Teilzeitquote noch bei 43 Prozent. Die aktuellen Zahlen zeigen damit einen weiteren Anstieg und bestätigen den langfristigen Trend zu kürzeren Arbeitszeiten im Schuldienst.
Besonders häufig arbeiten Lehrerinnen in Teilzeit. Nach den aktuellen Daten beträgt ihre Teilzeitquote 51 Prozent. Bei den männlichen Lehrkräften liegt sie dagegen bei 23 Prozent. Damit arbeitet mehr als jede zweite Lehrerin in Teilzeit, während dies bei weniger als jedem vierten Lehrer der Fall ist.
Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen fällt der Anteil der Teilzeitbeschäftigten im Schuldienst deutlich höher aus. Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg arbeiteten zuletzt 31 Prozent der abhängig Beschäftigten in Teilzeit. Lehrkräfte liegen damit deutlich über dem Durchschnitt.
Zwischen den einzelnen Bundesländern bestehen erhebliche Unterschiede. In Hamburg arbeiteten 55 Prozent der Lehrkräfte in Teilzeit. Auch in Bremen lag der Anteil mit 52 Prozent über der Hälfte. Deutlich niedriger waren die Werte in Thüringen mit 23 Prozent und in Sachsen-Anhalt mit 24 Prozent.
Neben der Entwicklung bei der Arbeitszeit zeigt die Statistik auch Veränderungen bei der Altersstruktur. Mehr als jede dritte Lehrkraft ist inzwischen mindestens 50 Jahre alt. Rund 25 Prozent der Lehrkräfte gehören zur Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren. Weitere zehn Prozent sind bereits 60 Jahre oder älter.
Jüngere Lehrkräfte stellen dagegen einen deutlich kleineren Anteil. Nur etwa ein Fünftel des gesamten Lehrpersonals ist jünger als 35 Jahre. Damit bleibt der Nachwuchs an vielen Schulen weiterhin vergleichsweise gering.
Auch bei der Altersverteilung zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. In Sachsen-Anhalt sind 51 Prozent der Lehrkräfte mindestens 50 Jahre alt. In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil bei 47 Prozent. Am niedrigsten ist der Wert im Saarland mit 29 Prozent sowie in Bremen mit 30 Prozent.
Der Frauenanteil im Schuldienst bleibt weiterhin sehr hoch. Rund 73 Prozent aller Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen sind Frauen. Zum Vergleich: Über alle Branchen hinweg lag der Frauenanteil unter den abhängig Beschäftigten im Jahr 2024 bei 48 Prozent.
Ein weiteres Merkmal des deutschen Schulsystems ist die steigende Zahl der Quer- und Seiteneinsteiger. Wegen des anhaltenden Lehrkräftemangels übernehmen immer mehr Menschen ohne anerkannte Lehramtsprüfung den Unterricht.
Im Schuljahr 2024/2025 lag ihr Anteil an allgemeinbildenden Schulen bei 11 Prozent. Vor zehn Jahren betrug dieser Wert noch vier Prozent. Damit hat sich der Anteil innerhalb eines Jahrzehnts fast verdreifacht.
Der Lehrkräftemangel bleibt für viele Bundesländer eine große Herausforderung. Schulen müssen offene Stellen besetzen und gleichzeitig auf den steigenden Bedarf an Unterricht reagieren. Deshalb gewinnen alternative Wege in den Lehrerberuf weiter an Bedeutung.
Die aktuellen Zahlen zeigen mehrere Entwicklungen gleichzeitig. Immer mehr Lehrkräfte arbeiten in Teilzeit. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter des Personals, während der Anteil von Quer- und Seiteneinsteigern weiter wächst. Diese Veränderungen dürften die Diskussion über die Zukunft des deutschen Bildungssystems und die Sicherung des Lehrkräftebedarfs in den kommenden Jahren weiter prägen.

