US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass die Waffenruhe mit dem Iran aus seiner Sicht beendet ist. Am Rande des Nato-Gipfels in Ankara sagte er, er sehe keine Zukunft mehr für die bisherige Vereinbarung. Gleichzeitig ließ er offen, ob weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran dennoch stattfinden könnten.
Auf die Frage nach dem Zustand der Waffenruhe erklärte Trump, dass er diese als beendet betrachte. Er äußerte sich sehr kritisch über die iranische Führung und sagte, dass weitere Gespräche aus seiner Sicht keinen Nutzen hätten. Dennoch könnten seine Unterhändler den Dialog fortsetzen, wenn sie dies für sinnvoll hielten.
Trump machte deutlich, dass er selbst wenig Hoffnung auf neue Fortschritte setzt. Er erklärte, dass Verhandlungen nach seiner Einschätzung kaum Erfolg versprechen. Ob weitere Treffen stattfinden, ließ er offen.
Die Spannungen zwischen beiden Ländern hatten sich in den vergangenen Tagen deutlich verschärft. Nach Angriffen auf Tanker in der Straße von Hormus führten die Vereinigten Staaten umfangreiche Militärschläge gegen Ziele im Iran durch. Gleichzeitig wurden die Sanktionen gegen iranische Ölexporte wieder verschärft.
Nach Angaben des US-Militärs wurden mehr als 80 militärische Ziele angegriffen. Dazu gehörten Luftabwehrsysteme, Raketenstellungen sowie Boote der iranischen Revolutionsgarden in der Nähe der Straße von Hormus. Iranische Medien berichteten anschließend von Explosionen in mehreren Küstenprovinzen. Zudem wurde der Tod eines Soldaten der Luftabwehr gemeldet.
Der Iran reagierte mit eigenen Militäraktionen. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden wurden zahlreiche Ziele mit Bezug zu den Vereinigten Staaten in der Golfregion angegriffen. Dazu gehörten Einrichtungen im Umfeld der US-Marine vor Bahrain sowie ein Luftwaffenstützpunkt in Kuwait. Außerdem meldete der Iran den Abschuss einer feindlichen Drohne.
Die jüngsten Angriffe stellen einen Rückschlag für die diplomatischen Bemühungen der vergangenen Monate dar. Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich zuvor auf ein Rahmenabkommen verständigt. Dieses sollte den Weg für ein dauerhaftes Ende des Konflikts ebnen. Innerhalb von 60 Tagen wollten beide Seiten über ein endgültiges Abkommen verhandeln.
Zu den wichtigsten Streitpunkten zählen das iranische Atomprogramm, die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus sowie die Unterstützung bewaffneter Gruppen durch den Iran in der Region.
Pakistan hatte zuletzt eine Vermittlerrolle zwischen beiden Staaten übernommen. Nach Informationen aus diplomatischen Kreisen sollte eine weitere Gesprächsrunde möglicherweise erneut in Pakistan stattfinden. Auch Doha in Katar wurde als möglicher Verhandlungsort genannt. Ein konkreter Termin wurde jedoch bislang nicht bekannt gegeben.
Die militärische Eskalation fällt in eine Zeit nationaler Trauer im Iran. Nach dem Tod des früheren Staatsoberhauptes Ajatollah Ali Chamenei finden weiterhin Trauerfeiern statt. Vor den Zeremonien hatten iranische Streitkräfte erklärt, auf mögliche Angriffe mit einer entschlossenen Reaktion antworten zu wollen.
Zusätzlich hatte Teheran in den vergangenen Tagen erklärt, dass nur bestimmte Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus als sicher angesehen würden. Die Entwicklungen sorgen international für wachsende Sorgen über die Sicherheit des wichtigen Seewegs für den weltweiten Energiehandel.
Mit der erneuten Verschärfung des Konflikts steigen auch die Unsicherheiten an den Energiemärkten. Nach der Wiedereinführung der US-Sanktionen gegen iranische Ölexporte legten die Ölpreise erneut zu. Marktbeobachter rechnen damit, dass weitere militärische Zwischenfälle die Preisentwicklung zusätzlich beeinflussen könnten.
Experten sehen die Vereinigten Staaten nun vor einer schwierigen Entscheidung. Einerseits könnte Washington versuchen, die Gespräche mit dem Iran fortzusetzen und eine neue diplomatische Lösung zu erreichen. Andererseits könnte eine weitere militärische Eskalation die Chancen auf ein dauerhaftes Abkommen erheblich verringern.
Wie sich die Lage entwickelt, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass die jüngsten Angriffe und Trumps Aussagen die Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter verschärft haben. Ob beide Seiten noch einmal an den Verhandlungstisch zurückkehren, ist derzeit ungewiss.

