Sachsen Anhalt erlebt vor der nächsten Landtagswahl einen deutlichen politischen Wandel. Die AfD liegt in den Umfragen weit vor der CDU. Kurz vor der Wahl kommt die Partei auf mehr als 40 Prozent.
Für die CDU ist die Lage schwierig. Sie regiert das Bundesland seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 mit. Nun könnte diese lange Vorherrschaft enden.
Angeführt wird die AfD von Ulrich Siegmund. Sollte seine Partei das Ergebnis aus den Umfragen bestätigen, könnte sie erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik stärkste Kraft in einem Bundesland werden.
Sachsen Anhalt ist eines der 16 Bundesländer Deutschlands. Rund 2,1 Millionen Menschen leben dort. Das Land ist vergleichsweise dünn besiedelt. Die größten Städte sind Magdeburg und Halle. Beide haben mehr als 200.000 Einwohner.
Das Bundesland hat eine lange kulturelle Geschichte. Dessau ist weltweit mit dem Bauhaus verbunden. Viele bekannte Architekten lebten und arbeiteten dort.
Auch die Geschichte der Reformation ist eng mit der Region verbunden. Martin Luther lebte und wirkte in Wittenberg. Dort stellte er seine 95 Thesen vor. Die Stadt wurde dadurch zu einem wichtigen Ort der europäischen Geschichte.
Doch neben Kultur und Geschichte gibt es auch wirtschaftliche Herausforderungen. Im Osten liegt das Chemiedreieck rund um Leuna und Bitterfeld. Die Industrie bietet dort noch immer etwa 10.000 Arbeitsplätze.
Gleichzeitig muss sich ein Teil des Landes wirtschaftlich neu aufstellen. Vor allem im Süden sorgt das Ende der Braunkohle für Veränderungen. Viele Regionen suchen nach neuen Arbeitsplätzen und neuen Wirtschaftszweigen.
Die Arbeitslosigkeit liegt weiterhin etwas über dem deutschen Durchschnitt. Der Strukturwandel ist daher ein wichtiges Thema für viele Menschen.
Die AfD kann von dieser Stimmung profitieren. Sie spricht vor allem Wähler an, die mit der bisherigen Politik unzufrieden sind. Dabei geht es um wirtschaftliche Probleme, Migration und die Entwicklung der ländlichen Regionen.
Die aktuellen Umfragen zeigen einen großen Abstand zwischen der AfD und der CDU. Die AfD liegt bei mehr als 40 Prozent. Die CDU erreicht zwischen 23 und 26 Prozent.
Die Linke kommt auf etwa 13 Prozent. Für die SPD werden nur 6 bis 7 Prozent erwartet. Der Wiedereinzug der Grünen und der FDP in den Landtag ist noch nicht sicher.
Damit könnte die Wahl auch die Zusammensetzung des Landtags stark verändern. Neue Mehrheiten könnten nötig werden.
Die AfD ist im Bundesland besonders umstritten. Der Landesverfassungsschutz hat die Partei als gesichert rechtsextremistische Organisation eingestuft. Diese Bewertung hat ihren Erfolg in den Umfragen jedoch bisher nicht verhindert.
Die mögliche Stärke der AfD sorgt auch bei früheren CDU-Politikern für Sorge. Reiner Haseloff war 15 Jahre Ministerpräsident von Sachsen Anhalt. Er gab sein Amt im Januar 2026 ab.
Haseloff verglich die Stimmung im Landtag mit der politischen Lage in der Endphase der Weimarer Republik. Diese Zeit endete 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten.
Sein Nachfolger Sven Schulze muss nun die CDU durch den Wahlkampf führen. Für ihn geht es um mehr als ein gutes Wahlergebnis. Die Zukunft der CDU als führende politische Kraft im Land steht auf dem Spiel.
Zuletzt regierte die CDU zusammen mit SPD und FDP. Nach der Wahl könnte eine solche Mehrheit fehlen. Die Bildung einer neuen Regierung könnte deshalb schwierig werden.
Ein starkes AfD Ergebnis würde zudem eine neue politische Situation schaffen. Die Partei könnte zwar stärkste Kraft werden. Eine Regierungsmehrheit hätte sie damit aber nicht automatisch.
Die Wahl dürfte daher nicht nur über Sitze im Landtag entscheiden. Sie könnte auch zeigen, wie sich die politische Landschaft in Ostdeutschland verändert.
Sachsen Anhalt wird deshalb mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet. Ein Erfolg der AfD könnte die Diskussion über die Partei auf Bundesebene weiter verstärken.
Für die CDU steht dagegen ihre lange politische Dominanz auf dem Spiel. Die kommenden Wahlen werden zeigen, ob sie ihren Vorsprung in der politischen Mitte verteidigen kann oder ob Sachsen Anhalt einen neuen politischen Kurs einschlägt.

