Zinédine Zidane steht offenbar kurz davor, nach der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer das Traineramt der französischen Nationalmannschaft zu übernehmen. Dies berichten übereinstimmend der renommierte US-Sender ESPN und die französische Sportzeitung »L’Équipe«. Laut ESPN hat der 53-jährige Zidane bereits eine mündliche Einigung mit dem französischen Fußballverband erzielt. Er würde somit auf Didier Deschamps folgen, der die Équipe Tricolore seit 2012 erfolgreich betreut. Eine offizielle Bekanntgabe dieser spektakulären Personalie wird jedoch erst nach dem Ende der Weltmeisterschaft erwartet, um den Fokus vollständig auf das Turnier zu legen.
Die weitreichenden Medienberichte wurden durch geheimnisvolle Andeutungen des französischen Fußballpräsidenten Philippe Diallo zusätzlich befeuert. Obwohl Diallo bewusst keine Namen nennen wollte, ließ er im Gespräch mit der Zeitung »Le Figaro« durchblicken, dass ein neuer Cheftrainer bereits feststehe. Auf die direkte Frage, ob er den Namen des zukünftigen Nationaltrainers kenne, antwortete Diallo vielsagend: »Ja, ich kenne seinen Namen.« Weitere Details verweigerte er hartnäckig und forderte stattdessen dazu auf, ihn »nach der Weltmeisterschaft wieder zu kontaktieren«, was die Spekulationen um Zidane zusätzlich anheizt.
Zinédine Zidane bringt eine beeindruckende Trainerkarriere mit. Zuletzt war er in zwei Etappen (2016 bis 2018 sowie 2019 bis 2021) Cheftrainer des spanischen Spitzenklubs Real Madrid. Mit den »Königlichen« feierte er triumphal dreimal den Gewinn der UEFA Champions League, eine Leistung, die seine taktischen Fähigkeiten und Führungsqualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellte. Seit seinem Abschied von Real Madrid war Zidane ohne Trainerjob, galt aber stets als absoluter Wunschkandidat und logischer Nachfolger für den prestigeträchtigen Posten des Nationaltrainers in seiner französischen Heimat, ein Gerücht, das sich nun zu bewahrheiten scheint.
Als Spieler war Zidane eine der prägendsten und talentiertesten Figuren seiner Generation. Der offensive Mittelfeldspieler wurde 1998 mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet und insgesamt dreimal zum Weltfußballer des Jahres (1998, 2000 und 2003) gekürt. Mit der französischen Nationalmannschaft krönte er sich 1998 im eigenen Land zum Weltmeister und erreichte 2006 erneut das Finale. Das Endspiel in Berlin bleibt jedoch auch wegen seines dramatischen Platzverweises in Erinnerung, als er Italiens Marco Materazzi in der Verlängerung mit einem Kopfstoß zu Boden brachte – ein Vorfall, der gleichzeitig das unwürdige Ende seiner aktiven Profikarriere markierte.

