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Home»Ausland»Öcalan spricht sich für Friedensprozess in Türkei aus
Ausland

Öcalan spricht sich für Friedensprozess in Türkei aus

By March 31, 20263 Mins Read
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Abdullah Öcalan, der seit 1999 inhaftierte Gründer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), hat seinen Wunsch bekundet, sich öffentlich zum Friedensprozess in der Türkei zu äußern. Mehr als ein Jahr ist vergangen, seit Öcalan die PKK dazu aufrief, den bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat zu beenden. Nun möchte der 76-Jährige seine Visionen für den Frieden darlegen und die breite Öffentlichkeit erreichen. Diese Erklärung wurde von Abgeordneten der prokurdischen Partei DEM nach einem Gefängnisbesuch verbreitet. Öcalan bekräftigte erneut, dass die Ära des bewaffneten Konflikts vorbei sei und eine Rückkehr dazu unmöglich ist. Die jüngsten Entwicklungen im Iran hätten die Notwendigkeit und Richtigkeit des Friedensprozesses in der Türkei zusätzlich unterstrichen.

Nach einem Aufruf Öcalans am 27. Februar 2025 hatte sich die PKK offiziell aufgelöst und ihren jahrzehntelangen Kampf beendet, inklusive der symbolischen Verbrennung von Waffen. Trotz dieser entscheidenden Schritte auf kurdischer Seite sind auf türkischer Seite bisher nur geringe Fortschritte zu verzeichnen. Im Parlament wird weiterhin an einem rechtlichen Rahmen für den Friedensprozess gearbeitet, was die Umsetzung stocken lässt. Seit 1984 forderten die Kämpfe zwischen der PKK und der türkischen Armee mindestens 50.000 Menschenleben. Die PKK wird von der Türkei und ihren westlichen Verbündeten weiterhin als Terrororganisation eingestuft, was die Komplexität der Situation verdeutlicht.

Parallel zu diesen Entwicklungen im Friedensprozess intensivieren die türkischen Behörden ihr Vorgehen gegen die größte Oppositionspartei des Landes, die Republikanische Volkspartei (CHP). Bei einer landesweiten Razzia in fünf türkischen Provinzen wurden erneut CHP-Bürgermeister festgenommen. Mehr als 50 Personen, darunter der Bürgermeister von Bursa, wurden wegen angeblicher Korruptionsvorwürfe verhaftet. Die Polizei durchsuchte Wohnungen, Büros und Geschäfte, insbesondere von Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Die Ermittlungen wurden wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet, wie der staatliche Sender TRT berichtete. Auch der Bürgermeister der CHP in der westtürkischen Provinz Usak wurde kürzlich wegen Korruption und Ausschreibungsbetrugs inhaftiert.

Die CHP, die bei den Kommunalwahlen 2024 einen überraschenden Erfolg verbuchen konnte, steht unter massivem Druck. Sie betrachtet sich selbst als Opfer einer politisch motivierten Kampagne der Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Bei diesen Wahlen hatte Erdoğans Partei die Kontrolle über mehrere wichtige Großstädte, darunter Bursa, verloren. Ein besonders prägnanter Fall war die Festnahme und Absetzung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu im März 2025, ebenfalls aufgrund von Terror- und Korruptionsvorwürfen. Dieser Vorfall löste landesweite Proteste aus. İmamoğlu, der als aussichtsreicher Herausforderer Erdoğans bei zukünftigen Wahlen gilt, befindet sich derzeit im Gefängnis, was die politische Landschaft der Türkei weiter polarisiert und die Spannungen innerhalb des Landes verschärft.

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