Bundeskanzler Friedrich Merz bekommt in der CDU neuen Rückhalt. Acht Ministerpräsidenten der Partei haben sich gemeinsam hinter den Kanzler gestellt. Damit reagieren sie auf die wachsenden Fragen zu seiner politischen Zukunft.
Der Druck auf Merz ist seit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich gestiegen. Dort gewann die AfD klar. Die CDU musste sich mit einem deutlich schwächeren Ergebnis zufriedengeben. Das Ergebnis löste in der Union eine neue Debatte aus.
Nun richtet sich der Blick auf zwei weitere Landtagswahlen. Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wählen am Sonntag neue Landesparlamente. Umfragen zeigen dort eine starke Unterstützung für die AfD. Zugleich ist die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung groß.
Merz hat deshalb seine geplante Reise nach New York abgesagt. Dort sollte er an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilnehmen. Ein Regierungsvertreter erklärte, seine Anwesenheit werde in Berlin benötigt.
Die Absage führte zu neuen Spekulationen. Einige Beobachter fragten, ob Merz wegen der politischen Lage in Berlin bleiben wolle. Andere sahen darin ein Zeichen für mögliche Veränderungen in der CDU. Konkrete Pläne für einen Rücktritt wurden jedoch nicht bekannt.
Kurz darauf veröffentlichten acht CDU-Ministerpräsidenten eine gemeinsame Erklärung. Sie betonten, Deutschland brauche gerade jetzt politische Stabilität. Die Landeschefs erklärten, die CDU müsse das Vertrauen der Bürger durch politische Arbeit zurückgewinnen.
Die Ministerpräsidenten wandten sich damit auch gegen eine Debatte über mögliche Nachfolger. Nach ihrer Ansicht sollte die Partei nicht über Personen streiten. Stattdessen müsse sie zuhören und konkrete politische Maßnahmen umsetzen.
Zu den Unterzeichnern gehören auch Politiker, die in der Vergangenheit als mögliche Nachfolger von Merz genannt wurden. Dazu zählt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat seine Unterstützung für Merz erklärt.
Die gemeinsame Erklärung zeigt damit eine breite Unterstützung innerhalb der CDU. Wie lange diese Unterstützung anhält, hängt jedoch auch von den Ergebnissen am Sonntag ab. Neue Verluste könnten den Druck auf die Parteiführung erhöhen.
Merz ist nicht nur Bundeskanzler. Er führt auch die CDU. Für Sonntagabend hat er deshalb ein Treffen der Parteispitze geplant. Dort sollen die Ergebnisse der Wahlen bewertet werden. Die Führung will dabei Geschlossenheit zeigen.
Die Entwicklung in Sachsen-Anhalt bleibt ein wichtiger Hintergrund. Die AfD wurde dort stärkste Kraft. Sie verfehlte aber die absolute Mehrheit. Deshalb kann sie die Landesregierung nicht allein bilden.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund versucht nun, Unterstützung bei anderen Abgeordneten zu bekommen. Sein Ziel ist die Führung der Landesregierung. Sollte ihm das gelingen, wäre es ein wichtiger Schritt für die AfD auf Landesebene.
Für Merz ist die Entwicklung besonders problematisch. Er war im Mai 2025 Bundeskanzler geworden. Zu Beginn seiner Amtszeit versprach er, die deutsche Wirtschaft zu stärken. Auch bei der irregulären Migration wollte seine Regierung neue Maßnahmen umsetzen.
Die AfD konnte ihren Einfluss seitdem jedoch weiter ausbauen. In bundesweiten Umfragen liegt sie derzeit auf einem hohen Niveau. Das erhöht den politischen Druck auf die CDU und ihre Führung.
AfD-Chefin Alice Weidel greift Merz und die CDU regelmäßig an. Nach der Erklärung der CDU-Ministerpräsidenten kritisierte sie den Kurs der Partei erneut. Sie warf der CDU vor, an der bisherigen Politik festzuhalten.
Auch im Bundestag gab es zuletzt einen harten Streit zwischen Merz und der AfD. Der Kanzler kritisierte die Forderungen der Partei zur sogenannten Remigration. Er verband diese Forderungen mit dem Vorwurf einer möglichen ethnischen Ausgrenzung.
Die AfD weist solche Vorwürfe zurück und stellt ihre Forderungen als Teil ihres politischen Programms dar. Die Debatte über Migration bleibt damit ein zentrales Thema im politischen Streit zwischen Union und AfD.
Jetzt richten sich die Augen auf Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Die Ergebnisse werden zeigen, wie stark die Parteien dort abschneiden. Sie werden zudem eine neue Grundlage für die Debatte über den Kurs der CDU und die Führung von Friedrich Merz bilden.

